mein Haus – mein Auto – mein Boot

Vergleiche sind in unserer Gesellschaft nach wie vor an der Tagesordnung und für viele enorm wichtig, um sich groß und andere klein zu machen. Der Werbespot „mein Haus – mein Auto – mein Boot“, der schon vor mehr als 10 Jahren über den Äther lief, ist dir vielleicht ein Begriff. Du bist nur erfolgreich, wenn das, was du erreichst, besser, größer oder teurer ist, als das deines Gegenübers. Authentisch sein, d.h. sich nicht durch äußere Einflüsse bestimmen zu lassen, ist an dieser Stelle unerwünscht.

Es gibt sicherlich genügend Situationen in deinem Leben, in denen du Stolz auf dich hättest sein können. Doch dann kommt dieses kleine Teufelchen auf deiner Schulter zu Wort, dass dir genügend Gründe nennt, damit du dich klein und unbedeutend fühlst:

Du hast fünf Kilo abgenommen? Die schlanke Dame auf facebook blickt stolz in ihr Handy und postet „schon 11 Kilo abgenommen“. Autsch!

Dein Baby schläft endlich fünf Stunden am Stück durch? Ich bitte dich, die meisten Baby machen das von Anfang an; direkt nach der Geburt. Dein Nachwuchs erst jetzt? bad mom!

Hast du dir endlich das iPhone 7 gekauft? Also deine Kollegin Frau Meyer hat das schon seit zwei Monaten. Ha ha!

Ein neuer Kunde konnte Dank deiner Arbeit gewonnen werden? Herr Klum hat gestern fünf Neukundenverträge abgeschlossen. Looser!

Deine Tochter kann endlich das kleine 1x1? Also die Tochter von Ingrid beherrscht schon das große 1x1. Und spricht fließend Englisch und Französich. Ach ja, und Japanisch lernt sie jetzt auch . Ätsch!

höher, schneller, weiter

Irgendwie scheint es immer jemanden zu geben, der schöner, besser, kreativer oder beliebter ist als du. Social Media reibt dir minütlich Vergleichsmöglichkeiten unter die Nase, so dass du permanent auf andere blickst. Nichts mit authentisch sein. Und dein Blick geht meist zu denen, die mehr haben als du, attraktiver, erfolgreicher oder schlanker sind. Dieses Konkurrenzdenken führt dazu, dass du dich dauerhaft gestresst, minderwertig und unzufrieden fühlst. Du führst ein Leben im Wettbewerb – ein sehr anstrengendes und energieraubendes Leben. Warum machst du das? Gibt es keine andere Möglichkeit, um glücklich dein Leben zu leben und das Hier und Jetzt zu genießen? Dich gemäß deiner Werte, Gedanken und Emotionen auszudrücken und dementsprechend zu handeln?

authentisch sein

Im Prinzip ist es ganz einfach: Vergleiche dich nicht länger mit anderen. Lege diese (unliebsame) Gewohnheit einfach ab und stoße den kleinen Teufel von deiner Schulter. Nehme bewusst einen tiefen Atemzug, bevor du etwas kommentierst. Probiere es gleich aus:

Du hast fünf Kilo abgenommen? Wahnsinn, ich bin stolz auf deine Leistung!

Du kannst endlich nachts fünf Stunden am Stück schlafen, weil dein Baby nicht mehr so oft wach wird? Gratuliere, genieße dieses Plus an Schlafenszeit.

Ein neuer Kunde konnte mit deiner Unterstützung für das Unternehmen gewonnen werden? Super! Feiere das, indem du heute früher Feierabend machst.

Ganz einfach, oder? Manchmal eben doch nicht. Da triffst du bei facebook auf deine ehemalige Schulkollegin, wie sie als Stewardess durch die Welt reist, tolle Fotos von den exotischsten Orten postet und schon ist er da: Die-führt- ein-viel-aufregenderes-Leben-als-ich-Gedanke. Ein echter Mindfuck® eben (schau gerne mal zu diesem Thema bei Petra Bock vorbei).
Und da sollst du gelassen bleiben und laut „stopp“ zu dir sagen? Funktioniert nicht? Dann nimm´ eine andere Perspektive ein, indem du den Gedanken weitergehst und dich fragst, ob das Leben deiner Freundin einen Vergleich wert ist? Würdest du wirklich ihr Leben führen wollen? Immer unterwegs sein und überwiegend in Hotels wohnen? Keine Zeit für deine Kinder haben? Nein? Ok, sie hat sicherlich auch keine Lust auf dein Leben.

Und – geht es dir schon besser, was das Vergleichen angeht? Hast du immer noch Lust dazu? Dann schnell weiter.

authentisch

sei dein eigener Held

Ohne Vergleiche fühlen sich die Ereignisse in unserem Leben viel kraftvoller an. Wir bleiben in diesem wundervollen Gefühl etwas erreicht oder bewirkt zu haben und sind glücklich.

Unsere Kinder machen es uns vor, solange sie noch klein sind. Für sie bist du die beste Mama, der beste Papa auf der Welt. Sie schauen dabei nicht nach rechts oder links:

Malst du für sie ein Bild, bist du ihr persönlicher Pablo Picasso.

Singst du ihnen ein Lied vor, bist du ihre Madonna.

Klebst du ein Pflaster auf ihre schmerzende Stelle, bist du ihr Hippokrates.

Du bist ihr Held. Sie schauen auf das, was du gemacht hast. Und nicht, ob es jemand anders hätte besser machen können. Sei dein eigener Held, sei authentisch und vergleiche dich nicht mit anderen.

Lifehacks, um authentisch zu bleiben:

Trotz dieser schlüssigen Erkenntnisse über den Mehrwert des Nicht-Vergleichens fällt es uns schwer, aus dem eingefahrenen Bewertungsmuster herauszukommen und authentisch zu bleiben. Aber mit ein wenig Übung gelingt es dir Stück für Stück immer besser. Dein Gehirn muss sich erst umstellen und neue Gedankenmuster zulassen. Das bedarf am Anfang etwas Zeit, bevor es zur Routine wird.

  • Dankbarkeit: Sei dankbar für das, was du erreicht hast.
  • Fokus: Schau´ nicht auf deine Schwächen sondern auf deine Stärken. Finde deinen Selbstwert. Das Bewusstsein für deine eigene Stärke ist die Basis für deine Selbstliebe und damit den Glauben an dich selbst. Näheres findest du hierzu unter dem Begriff Positive Psychologie oder direkt bei Katharina Tempel.
  • Gönne: Freu´ dich mit anderen über ihren Erfolg und werte diesen nicht. Du weisst doch: „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“
  • Reiz-und-Reaktion: Warte, bevor du antwortest, und atme ein Mal tief ein und wieder aus. Gebe nicht dem ersten Impuls für eine Antwort nach. Sei bedacht: Antworte, wenn du nach deiner Meinung gefragt wirst. Aber handle bedacht und achte auf deine Wortwahl.
  • Du bist einmalig: Vergleichst du eine Kuh mit einer Ziege, wenn es um die Milchleistung geht? Schmecken Erdbeeren und Trüffel gleich? Wie war das mit den Äpfeln und Birnen? (Na, du weisst schon.). Alle sind verschieden. Und wir Menschen sind es auch – warum solltest du dich dann mit anderen vergleichen?
  • Stopp: Sage (innerlich) laut „stopp“, wenn du merkst, dass du dich gerade wieder mit jemandem vergleichst. Und freu dich, dass du es wahrgenommen hast.
  • Will ich das wirklich: Frage dich, ob du wirklich das, was du beneidest, mit all seinen Kosequenzen haben willst.
  • Realität: Vergiss´ nicht, dass Erzählungen und Stories oftmals glamouröser sind als in Wirklichkeit. Das Leben der anderen, was du aus der Ferne siehst, ist oftmals eins: reichlich beschönigt oder schlicht weg fake!

Energie folgt der Aufmerksamkeit

Ich wünsche dir, dass einer dieser Lifehacks für dich nützlich ist. Fang´ mit dem an, der dich am meisten anspricht und probiere ihn eine Zeit lang aus. Nutze deine Aufmerksamkeit, um deine Energie ganz auf dieses neue Gewohnheit zu lenken.
Das Huna-Prinzip, das für die polynesische Lebensphilosophie der Liebe (Aloha) und der Kraft (Mana) steht, besagt hierzu in seinem dritten Prinzip:

MAKIA – Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Wähle deine Perspektive neu – ich wünsche dir viel Freude dabei!