F*** – schon wieder gekauft!

Manchmal buche ich einen Workshop aus purer Begeisterung heraus. Das Thema des Events fixt mich beim Lesen sofort an – gekauft! Und ich kann es kaum noch abwarten, bis die Veranstaltung stattfindet. Und dann? Dann vergeht eine Weile. In der Zwischenzeit wirken viele Eindrücke, Erkenntnisse und Erlebnisse auf mich ein, und ich entwickle mich weiter. Und plötzlich steht die Veranstaltung unmittelbar bevor und ich denke: „Wieso habe ich mich bloß dafür angemeldet?! Ich hab überhaupt keine Zeit dafür! Interessiert mich das überhaupt noch?“ Und am schlimmsten wird es dann für mich, wenn ich meine zu spüren, dass es sich bei der Community um ein Klüngel handelt. Ich bin dann, je mehr ich im sozialen Netz über die Veranstaltung und ihre Teilnehmenden nachlese, felsenfest davon überzeugt, dass ich mit niemanden ins Gespräch kommen und fehl am Platz sein werden. Und dennoch mache ich mich auf den Weg.

Achtsamkeitspraxis gegen den monkey mind

Ich bin nicht sonderlich motiviert, denn mein Geist meldet sich beständig mit: „Willst du da wirklich hin? Dafür lässt du deine Familie alleine? Das wird bestimmt anstrengend in dieser Community!“ Da hilft es mir, dass ich mich beständig in Achtsamkeit übe und meine aufkommenden Gedanken vorbeiziehen lassen. Ohne sie zu bewerten oder mich darüber zu ärgern, dass  sie überhaupt aufgekommen sind. Ich konzentriere mich auf auf das Rattern des Zuges, in dem ich sitze. Ich beobachte die Landschaft, die an mir draußen vorbeizieht oder fokussiere mich auf meinen Atem. Je mehr ich mich der Achtsamkeitspraxis hingebe, umso neutraler werde ich mit meinen Erwartungen an die Veranstaltung. Meine Anspannung sinkt deutlich, je näher ich meinem Ziel kommen. Beim Verlassen des Zuges spüre ich die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Ich sehe die spielenden Kindern am Spirngbrunnen, als ich durch die Innenstadt von Bonn gehe. Und schaue ihnen kurz zu, wie sie den Moment voller Freude und Ausgelassenheit genießen.

 

über einer Community mit Herz

Und dann ist er da: Der Morgen der Veranstaltung. Schon im Frühstückssaal des Hotels, in dem ich übernachtet habe, spreche mich die ersten Menschen an: „Gehörst du auch zur InspiCon-Community? Dann komm zu uns da hinten an den Tisch.“ Wow, so herzliches aufeinander Zugehen kenne ich von anderen Veranstaltungen nicht. Und ich bin positiv überrascht und beeindruckt, wie schnell sich diese offene, wertschätzende Kommunikation unter den Teilnehmenden während des Workshops fortsetzt. Keine Person steht lang allein, es sei denn, sie nimmt sich eine bewusste Auszeit. Die beiden Veranstalterinnen der InspiCon, Marit Alke und Katrin Linzbach, haben hier einen Raum, eine Community geschaffen, wo all das möglich ist. Jede/r kann und darf sich so bewegen, wie es ihr/ ihm gut tut. Kein Interesse mehr an einer Session, weil du dir unter dem Thema vielleicht etwas anderes vorgestellt hast oder du schon dieses Wissen besitzt? Dann geh´ raus und such´ dir eine andere Session. Das ist keine Beleidigung dem Vortragendem gegenüber sondern vielmehr echte Wertschätzung. Denn wenn du mit deinem Geist nicht bei der Sache bist, störst du all diejenigen, die mit Interesse dem Vortrag lauschen. Einen Vortrag zu verlassen wird eher selten bis gar nicht thematisiert. Auf der InspiCon hingegen ist das möglich. Bist du wie eine Hummel, die sich überall einmal niederlässt, um kurz „Nahrung“ zu tanken oder bist du eher ein Schmetterling, der gerne auch länger an einem schönen Ort, der ihm „Energie“ gibt, verweilt? Tu´ das, was sich in genau dem Moment richtig und stimmig für dich anfühlt. So, wie es auch der Rest der Community macht.

InspiCon Community Sessionplanung

ein Event mit Langzeitwirkung

Ich bin während der InspiCon auf ein Gemeinschaftsgefühl gestoßen, welches ich in der Form noch nicht erlebt habe. Jeder Teilnehmer wurde gesehen und wertgeschätzt. Es gab keinen Konkurrenzkampf, wie ich es von anderen Veranstaltungen kenne. Und der Spirit, der sich schon im Vorwege langsam aufgebaut hatte, hält an. Die Nachrichten in den sozialen Gruppen unter den Teilnehmenden sind nach wie vor voller Energie und Zuspruch. Alle sind auf die ein oder andere Weise angefixt, um den eigenen Weg, in welcher Form auch immer, positiv gestärkt voranzugehen. Und sei es im ersten Schritt lediglich zu spüren, dass da etwas Neues ist, was Zeit und Raum braucht, um zu wachsen.

nutze die Kraft einer Community

Und das ist etwas, was ich dir mitgeben möchte: Such´ dir eine Community, in der du Unterstützung findest und in der ihr euch gegenseitig tragt. Das kann entweder online und/ oder offline sein. Prüfe, was sich für dich im Moment stimmig anfühlt und probier´ es aus. Schon früher war diese Art von Community überlebenswichtig. Ihre Mitglieder unterstützen sich gegenseitig und halfen beispielsweise mit ihrer Ernte aus, wenn eine andere Familie weniger zur Verfügung hatte. Diese stärkende Gemeinschaft, die über die Jahre verloren gegangen ist, sollte auf moderne Art und Weise wieder ins Leben gerufen werden. Und genau hier haben Marit und Katrin aus meiner Sicht den Nerv der Zeit getroffen.

Als InspiConer hast du jemanden an deiner Seite, der dir hilft und umgekehrt. Neugierig? Dann auf zu deiner nächsten Veranstaltung – vielleicht sehen wir uns ja auf der InspiCon2019 :o)